Immer eine Handbreit Wasser unter’m Kiel oder We love Amphitrite (Teil 2)

Auch in diesem Jahr können – dank einer großzügigen Spende der Komturei an Elbe und Ostsee – rund 20 suchtkranke Menschen aus unseren Rehabilitationseinrichtungen eine Woche an einem Segeltörn auf der Ostsee teilnehmen. Der Reisebericht, den übrigens ein Therapeut aus unserer Fachklinik Hirtenstein liefert (vielen Dank Herr Markert!!! 🙂 ) wurde in zwei Teile aufgeteilt. Hier kommen die Eindrücke von den Tagen 4 – 6 …

Tag 4
Nächtigen auf See hat einen großen Vorteil: Die Stimmung auf dem Meer, die Ruhe und die Weite sind einfach unbeschreiblich.

Da sind selbst das beschwerliche Anker holen und Segel setzen in der Sonne nur ein geringer Preis dafür! 🙂
Und promt ging es an das Bergen des Ankers. Also war ‘ne Runde Frühsoprt angesagt – Diesmal jedoch nach dem Frühstück! Yeah!!!

Doch was war das denn? Der Anker lag falsch herum. So konnte er auf keinen Fall an der Bordwand fixiert werden.

Nach knapp einer Stunde hatten wir die Drehaktion erfolgreich zu Ende gebracht und konnten den Anker endlich an seiner angestammten Reiseposition sichern.

Für diesen Tag war Wind angesagt, viel Wind und so haben wir erst einmal die Segelfläche durch Reffen reduziert. Dann begann der Tag…

…und er hätte nicht besser sein können: Der Wind kam kräftig aber laminar aus einer Richtung, den Himmel verzierten nur ganz vereinzelt Wölkchen, sanfte Wellen bewegten das Meer und die Amphitrite glitt über die Ostsee dahin…

Eine Wache für drei Stunden. Alle anderen hatten in dieser Zeit keine Aufgaben und konnten dem Nichtstun frönen…
Windgeschützt auf den sonnengewärmten Planken liegend, lässt sich die Ruhe zwischen den eigenen Wachen gut aushalten. 😉 Was will das Seglerherz mehr?

Selbst das Steuern des Ruders war irgendwie lässig…

…jedoch nur, bis der Steuermann auftauchte. Denn irgendwie scheint es sich nicht zu gehören, dass der Rudergänger so lässig sitzt. 😉

Dieser Tag hat uns allen ein Gefühl davon vermittelt, wie sehr “Arbeit” auch Spaß machen. Ja, dieser Tag war genau so wie ein richtiger Segeltörntag sein sollte: Wir segelten, machten Wendemanöver, segelten und segelten und genossen das Spiel des Windes in den Segeln und in unseren Haaren! Der Wind nahm immer mehr zu… das Wasser spritzte… und wir genossen es in vollen Zügen… Die obere Skala zeigt die Windgeschwindigkeit in km/h, die untere in Beaufort:

Sønderborg war das Ziel für diesen Tag. Das Anlegen bereiteten wir schon weit vor dem Hafen vor und legten uns die Anlegeleinen zurecht. Dann ging es an das Anlegen im Hafen…

Belohnung gefällig? Dänisches Softeis mit Erdbeer- oder Chillitopping. Lecker!!!

Sønderborg: Manch einer nutzte die Zeit um durch die Stadt zu streifen, eine Postkarte in den Briefkasten zu werfen und die Amphitrite aus der Ferne zu betrachten.

Tag 5 – Die Heimreise
Die Morgentoilette war schnell in wohl recht hässlichen, aber dafür wohlig warmen Waschkontainern erledigt (Fotos werden nicht gezeigt ;)). Und während wir mit dem Ablegen noch warteten, da die Amphitrite ihr Frischwasserreservoir auffüllte, trocknete in der dänischen Morgensonne noch ein Handtuch und im Hintergrund öffnet die Zugbrücke…

Nach einem recht komplizierten Ablegemanöver – der Wind versuchte uns immer wieder zurück an den Kai zu drücken – gelang es uns endlich, die Amphitrite von der Kaimauer zu lösen und bei zunehmend bedecktem Himmel nahmen wir Kurs auf Kiel…

Festlich war an diesem Abend die Tafel für unser Kapitänsdinner gedeckt. Und während draußen eine Regenfront über uns hinweg raste, wurde drinnen geschlemmt: Curryhuhn mit Basmatireis (in einer englischen Variation) mit vielen unterschiedlichen Toppings, von kandierter Ananas über Mango Chutney bis hin zu Ei, Gürkchen oder Paprika.

Tag 6 – Ankunft
In Kiel angekommen, hatten wir die Nacht in der Kieler Förde verbracht, denn unser Anlegeplatz war noch nicht bereit. Also hieß es am sechsten Tag unseres Segeltörns noch ein letztes Mal Anker heben und verstauen…

Dann liefen wir in den Hafen ein. Neben uns – welch ein Zufall!? – wurde gerade die Seute Deern, mit der wir das letzte Jahr auf Reisen waren , festgetaut.

Mit ein paar weiteren Impressionen aus dem Kieler Hafen – die Kieler Woche begann just an diesem Freitag – endete der Segeltörn 2018 und wir machten uns auf den Nachhauseweg – zu Land.

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