Immer eine Handbreit Wasser unter’m Kiel oder We love Amphitrite

Auch in diesem Jahr können – dank einer großzügigen Spende der Komturei an Elbe und Ostsee – rund 20 suchtkranke Menschen aus unseren Rehabilitationseinrichtungen eine Woche an einem Segeltörn auf der Ostsee teilnehmen. Der Reisebericht, den übrigens ein Therapeut aus unserer Fachklinik Hirtenstein liefert (vielen Dank Herr Markert!!! 🙂 ) wurde in zwei Teile aufgeteilt. Hier kommen die Eindrücke von den Tagen 1 bis 3…

 

Tag 1

Pünktlich zur Mittagszeit kamen wir, die „Seefahrer“ aus den Rehabilitationseinrichtungen Fachklinik Weihersmühle (befindet sich in roßhabersdorf) und Fachklinik Hirtenstein (in Bolsterlang) mit Zug an der Amphitrite an. Auch der Bus mit den Teilnehmern/innen aus der Fachklinik Alpenland (die derzeit wegen Neubauarbeiten am ursprünglichen Standort Bad Aibling für die Dauer der Baumaßnahmen nach Bad Feilnbach umgezogen ist) war schon eingetroffen.

 

Dass es just in diesem Moment zu regnen begann, nahmen wir fast gar nicht war – so aufgeregt und voller Erwartung waren wir! Abgesehen davon schien nur wenig später die Sonne auch schon wieder.

An Bord wurden wir von den Familaren des Deutschen Ordens, den Herren Pohlenz und Maschlanka sowie Frau Spohrer, und Pater Jörg Eickelpasch Obl. OT, Leiter der DO-Seelsorge, herzlich begrüßt und erhielten eine Medaille „Mensch in der Hand Gottes geborgen“ als kleines Erinnerungspräsent überreicht. Pater Jörg vertiefte diesen Gedanken der Geborgenheit in Gott in der anschließenden Andacht an Deck…

Dann wurden die Fahne, unter der wir die nächsten Tage segeln würden – selbstverständlich die schwarz-weiße Ordensfahne – und das Schiff gesegnet:

Zeit für den Abschied: Pater Jörg und die Familaren blieben winkend und langsam immer kleiner werdend am Kai zurück,  denn nach einer kurzen Einführung ging es raus in die Ostsee…

Hier ging es vor Anker. Die Sonne meinte es gut mit uns und wir hatten einen wunderbaren Abend, der uns noch eine erste wichtige Einführung im Umgang mit den Segeln – hier bei den Vorsegeln, am Fogg und dem Innenklyver – brachte.

Fazit: Jetzt ist es gut. Die Gruppen sind schon gut durchmischt… wir sitzen hier, reden und erfahren neue Lebensgeschichten und die Nacht kann kommen…

Tag 2

Nachdem das Schiff am Morgen wieder soweit klar gemacht war…

…wurde das Beiboot zu Wasser gelassen und jeder konnte mal eine Runde um die Amphitrite drehen. Dann wurder der Anker gelichtet und wir segelten weiter: Teils mit kräftig Fahrt kamen wir voran, fuhren (übten wäre wohl treffender 😉 ) Wendemanöver und wurden hierbei rechtschaffen müde. Wen störte es da, dass es immer mal wieder regnete?!? Am Abend sprangen ein paar Mutige sogar nochmal zum Baden in die Ostsee!

 

Tag 3

Der dritte Tag bricht an… Am Himmel ist eine beinahe geschlossene Wolkendecke –  bei uns ist die Luft bei weitem noch nicht raus.

Zum Glück! Denn bis der Anker gehoben ist, müssen etliche schweißtreibende Runden am Ankerspill gedreht werden. Natürlich vor dem Frühstück!

Frühstück verdient? Mitnichten! Das Schiff segelt sich nicht von alleine. Vorher müssen also auch erst noch die Segel gesetzt werden. Auch das Segel setzen ist ein „All Hands“ Manöver; d.h. Alle Mann müssen mit anpacken. Ach, was schreibe ich, natürlich auch die Frauen!

Nun ist der Morgen bereits soweit vorgerückt, dass die Sonne zumindest ein paar vereinzelte Löcher durch die Wolken gefunden hat.

Bei kräftigem Wind geht das Schiff wieder weiter hinaus in die Ostsee und wir (endlich) zum Frühstücken.

Anstrengend ist sie ja schon, die Arbeit auf dem Schiff! Manchmal aber auch eher weniger…

Aber Aufpassen muss man denn schon.

Als Rudergänger ist man ein menschlicher Autopilot.

Alles Klar voraus?

Am Nachmittag legten wir in Faaborg an und verließen das Schiff, um in die Stadt zum Sightseeing zu gehen.

Auch wenn geplant war, am Abend wieder abzulegen, machte uns der Wind einen Strich durch die Rechnung: Immer stärker wurden die Böen und so verbrachten wir die Nacht im Schutz des Hafens.

 

Fortsetzung folgt…

 

 

 

 

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